In Zwei Sprachen Lesen und Schreiben Lernen
Lese- und Schreibkompetenzen an Kinder vermitteln – eine Nachricht an Eltern
Lese- und Schreibkompetenzen sind wichtig, wenn es darum geht, sicher zu stellen, dass Ihr Kind die Sprache weiterentwickelt, die nicht die Schulsprache ist. In der Nicht-Schulsprache Lesen und Schreiben zu können, wird es Ihrem Kind nicht nur ermöglichen viele neue Wörter zu lernen, sondern auch kulturelles Wissen kennen zu lernen, das zu dieser Sprache gehört.
Es ist schwierig zu sagen, wann man damit anfangen sollte Lesen und Schreiben in der Nicht-Schulsprache beizubringen. Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich. Manche Kinder sind eifriger und früher bereit lesen und schreiben zu lernen, als andere. Sollte Ihr Kind im doppelten Sinne bereit sein, dann ist es okay mit dem Lesen und Schreiben lernen vor dem Schuleinstieg anzufangen. Das gibt Ihrem Kind quasi einen Vorsprung in der Schule. Der kommt daher, dass manche der Kompetenzen, die Ihr Kind beim Lesen und Schreiben lernen in der Nicht-Schulsprache gelernt hat, auf die Schulsprache übertragen werden können. Forschungsergebnisse (auf Englisch) haben gezeigt, dass das auch für Sprachen der Fall ist, die unterschiedliche Schriftsysteme wie beispielsweise Chinesisch und Englisch verwenden. Lesen und schreiben in einer Nicht-Schulsprache zu lernen, unterstützt wahrscheinlich den Lernprozess in der Schulsprache und andersherum.
Vielleicht fragen Sie sich, wie Sie Ihrem Kind Lesen und Schreiben beibringen können? Einfach mit Ihrem Kind, Bücher in der Nicht-Schulsprache zu lesen, wird schon eine gute Basis sein. Damit können Sie anfangen, wenn Ihr Baby noch nicht mal sitzen kann! Im Kleinkind- oder Vorschulalter können Sie Ihr Kind ermutigen, mit Ihnen zu lesen oder Buchstaben und Wörter zu erkennen. Das zu tun, fördert die Lese- und Schreibkompetenzen in der Nicht-Schulsprache.
Wenn Ihr Kind in die Schule kommt und in der Schulsprache lesen und schreiben lernt, kann es passieren, dass die Motivation sinkt, auch noch in der Nicht-Schulsprache zu lesen und zu schreiben. Hier einige Tips, die vielleicht helfen:
- Lesen Sie Ihrem Kind vor. Das ist nicht nur etwas für kleine Kinder. Auch wenn Ihr Kind selbstständig lesen kann, sollten Sie weiterhin auch gemeinsam lesen. Das ist besonders hilfreich bei Kindern, die nicht so gern lesen. Ganze Kapitel eines Buches laut vorzulesen, kann eine Sache sein, die Ihnen und Ihrem Kind Spaß macht. 1.Hören Sie nur damit auf, wenn Ihr Kind es nicht möchte und lieber alleine liest.
- Legen Sie eine Zeit und einen Ort für Lese- und Schreibaktivitäten in der Nicht-Schulsprache fest. Legen Sie eine Zeit und einen Ort für Lese- und Schreibaktivitäten in der Nicht-Schulsprache fest. Entscheiden Sie, was ein tägliches Ziel sein kann, wie z.B. eine Seite schreiben am Morgen, bevor Ihr Kind zur Schule geht oder 15 Minuten lesen vor dem zu Bett gehen. Halten Sie diese Übungen kurz, aber machen Sie sie regelmäßig. Fangen Sie mit diesen Routinen früh an, so dass sie Ihrem Kind Spaß machen und es sie als Teil der täglichen Abläufe akzeptiert.
- Treten Sie einem Lese- und Schreibkurs bei, der am Wochenende stattfindet. Es ist super für Kinder, andere mehrsprachige Kinder zu treffen. Eltern können Resourcen teilen (z.B. Bücher tauschen), Ideen zu Lehrtechniken austauschen und sich gegenseitig moralische Unterstützung geben. Man kann wertvolle Ratschläge von Eltern mit älteren Kindern bekommen, die schon verschiedene Dinge versucht haben, um Lese- und Schreibkompetenzen in der Nicht-Schulsprache zu vermitteln. Lernen Sie von deren Erfahrung. Sollte es keinen Wochenendkurs zum Lesen und Schreiben geben, dann gründen Sie selbst einen, zusammen mit ein paar anderen Eltern. Veranstalten Sie den Kurs zuhause oder finden Sie einen öffentlichen Raum, den man zu einem angemessenen Preis mieten kann. Versuchen Sie eine erfahrene und qualifizierte Lehrperson zu finden, die Mehrsprachigkeit positiv gegenüber steht und den Eltern Ratschläge dazu geben kann, was für Lese- und Schreibübungen für zu Hause unter der Woche geeignet sind. Finden Sie heraus was am Wochenende gelehrt wird und verstärken Sie den Lernprozess Ihres Kindes zu Hause.
- Sammeln Sie Informationen und Erfahrung, wie Sie Lesen und Schreiben in der Nicht-Schulsprache vermitteln. Mit Ihrem Kind zu sprechen ist etwas ganz Natürliches, im Gegensatz dazu braucht es für das Vermitteln von Lese- und Schreibkompetenzen ein wenig Know-how. Setzen Sie sich mit erfahrenen Lehrpersonen in Verbindung und erfragen Sie die besten Materialien und Methoden.
- Belohnen Sie Ihr Kind für harte Arbeit. Zum Beispiel können Sie für das Durcharbeiten eines Arbeitsbuches oder das selbstständige Lesen eines ganzen Buches ein kleines Geschenk überreichen. Ein Belohnungsplan mit Stickern oder ein Lesetagebuch können auch hilfreich sein.
Diese Tips beziehen sich alle auf die Nicht-Schulsprache. Sie sind vielleicht besorgt, dass Sie nicht genug tun, um Ihrem Kind mit der Schulsprache zu helfen. Schulen könnten Sie bitten, Ihrem Kind bei den Hausaufgaben zu helfen. Wenn das so ist, dann ist es am besten die Hausaufgabenhilfe dem Elternteil zu übertragen, das die Schulsprache zu Hause spricht. Sollte das nicht möglich sein, machen Sie, was die Schule von Ihnen als Elternteil verlangt, aber nicht mehr als notwendig ist. Versuchen Sie, dass die Hausaufgabenhilfe nicht die Zeit verkürzt, die Sie für das Üben der Lese- und Schreibkompetenzen der Nicht-Schulsprache veranschlagt haben.
Denken Sie daran, dass Ihr Kind nur von IHNEN, zu Hause, lesen und schreiben in der Nicht-Schulsprache lernt.
About the Author
Janice Nakamura ist HaBilNet Beraterin und unterstützendes Mitglied. Sie forscht zu Mehrsprachigkeit, wohnt in Japan und ist Mutter eines zweisprachigen Teenagers, der in beiden Sprachen lesen und schreiben kann. Ihr Kind hat einerseits zu Hause Englisch lesen und schreiben gelernt und andererseits durch die Teilnahme an einer von Eltern organisierten, englischen Wochenendschule in Tokyo.
Gut zu wissen
In zwei Sprachen lesen und schreiben zu können, kann Ihrem Kind helfen, lesen und schreiben in einer dritten Sprache zu erlernen. Lesen Sie mehr dazu in dieser israelischen Studie.





