Kinder in einer einsprachigen Gesellschaft dreisprachig erziehen: Schöne und herausfordernde Seiten mitten aus dem Geschehen

von Mihaela Gazioglu & Jayoung Choi

Mehrsprachige Familien sehen sich in einem Dilemma, wenn sie Dreisprachigkeit in einer einsprachigen Gesellschaft leben und fördern möchten. Verglichen mit zweisprachigen Familien ist die Verwendung und Weiterentwicklung von Familiensprachen (FSn) für dreisprachige Kinder entmutigend. Wenn ein Kind zwei FSn, die nicht in der Schule oder im öffentlichen Leben verwendet werden, gleichzeitig und zusätzlich zur Umgebungssprache erlernt, ist eine Konkurrenzsituation zwischen den FSn und der Umgebungssprache als auch zwischen den FSn vorprogrammiert. Dies kann schnell dazu führen, dass Eltern mit der Zeit eine FS oder sogar beide FSn aufgeben, um die Umgebungssprache zu stärken. Aber zu diesem Kompromiss muss es nicht kommen. Es gibt Wege, die Herausforderungen der Spracherhaltung zu verhindern und zu überwinden, und Kinder in einer einsprachigen Gesellschaft tatsächlig dreisprachig aufwachsen zu lassen. Wir, Wissenschaftlerinnen und Mütter dreisprachiger Kinder, möchten hier unsere Erfahrungen teilen.

Wir als Mütter und Wissenschaftlerinnen

Wir, Mihaela und Jayoung, sind zwei Wissenschaftlerinnen, die im Bereich der Bildungsforschung arbeiten und veröffentlichen. Wir dokumentieren auch die schönen und herausfordernden Seiten der dreisprachigen Erziehung unserer Kinder in einer einsprachigen Gesellschaft. Dies tun wir als Mütter und Wissenschaftlerinnen. Wir glauben, dass unsere Erfahrungen es wert sind, sie mit anderen mehrsprachigen Familien, die eventuell ähnliche Situationen und Prozesse erleben, zu teilen. Wir hoffen, dass unsere Geschichten dazu beiträgen können, dass andere ihren mehrsprachigen Weg weitergehen, ganz egal in welcher Umgebung sie im Moment leben.

Wir sind Teil zweier mehrsprachigen Familien aus der südöstlichen Region der Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Wir sind uns zum ersten Mal 2019 auf einer Konferenz begegnet. Bald darauf haben wir angefangen, beruflich zusammen zu arbeiten und uns zugleich über die schönen und herausfordernden Seiten des Alltags mit mehreren Sprachen und mehreren Kulturen in unseren Familien auszutauschen.

Mihaela ist rumänisch und ihr Lebensgefährte türkisch. Sie leben seit fast sechs Jahren in den USA, wo Englisch die Sprache des öffentlichen Lebens ist. Zu Hause werden neben Englisch jeden Tag zwei FSn gesprochen, nämlich Rumänisch und Türkisch. Mihaelas Kind ist ein sechsjähriges Mädchen und dreisprachig. Sie besucht eine rein englischsprachige Schule. Sie kann alle drei Sprachen fließend sprechen, wobei Türkisch derzeit die am wenigsten ausgebaute Sprache ist.

Jayoung kommt aus Südkorea und ihr Lebensgefährte aus dem Iran. Beide leben seit 21 Jahren in den USA. Mit ihren Kindern, einem neunjährigen Jungen und einem siebenjährigem Mädchen, sprechen sie jeden Tag zwei FSn, Koreanisch und Farsi, ebenso wie Englisch. Beide Kinder besuchen eine rein englischsprachige Schule. Jayoungs Kinder können auf allen drei Sprachen auf unterschiedlich fortgeschrittenen Niveaus sprechen, lesen und schreiben. Hierbei ist Farsi derzeit die am wenigsten ausgebaute Sprache.

Als Mütter, die entschlossen sind, ihre Kinder dreisprachig aufwachsen zu lassen und als Wissenschaftlerinnen im Bereich Sprache und Alphabetisierung, agieren wir täglich im Rahmen ganz unterschiedlicher und abgegrenzter Identitäten: als Dreisprachige (auch wenn wir ursprünglich selbst mit nur einer Sprache aufgewachsen sind), als Pädagoginnen, als Menschen mit Bezug zu mehreren Ländern und als Migrantinnen. Diese Vielzahl an unterschiedlichen Identitäten lässt sich auf frühere und fortlaufende Erfahrungen im Leben zurückführen. Dies wiederum beeinflusst unsere täglichen Vorgehensweisen und Wahrnehmungen bezüglich der Bedeutung der Erziehung von dreisprachige Kindern in den USA. Da Englisch in userem Kontext die Mehrheitssprache ist, wird die Aufrechterhaltung zweier FSn mit geringer Unterstützung von offizieller Seite zu einem täglichen Ziel und Kampf in beiden unseren Familien.

In unserer Rolle als Eltern, die sich im komplexen sprachlichen Kontext der familären Dreisprachigkeit bewegen, sind wir fortlaufend mit Herausforderungen konfrontiert, die sich mit zunehmendem Alter der Kinder verändern.

Schöne und herausfordernde Aspekte auf unserem Weg der dreisprachigen Kindererziehung

Als Nächstes berichten wir über einige der Herausforderungen, denen wir uns bei der Erziehung dreisprachiger Kinder gegenübersehen, aber auch über die schönen Seiten und die Freude mehrsprachiger Familien, die oft die Herausforderungen überwinden. Wir tun dies in der Hoffnung, dass andere Eltern und Forschende unsere Berichte lesen und darin Inspiration, Kraft und Beharrlichkeit finden, um ihre Arbeit mit mehrsprachigen Kindern fortzusetzen.

1. Wie die Kinder Sprachen mischen

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Im Laufe der Jahre haben wir beide miterlebt, wie sich unsere Kinder freiwillig angeboten haben, Sprachmittlung zu übernehmen (d. h., die Kinder übersetzen für andere Familienmitglieder oder Personen), was in mehrsprachigen Familien üblich ist. Mihaelas Tochter bat sich beispielsweise an, einige Gespräche zwischen ihrem türkischen Vater und ihrer einsprachigen rumänischen Großmutter zu übersetzen, um ihnen eine schnellere und effizientere Kommunikation zu ermöglichen. Außerdem hat sie die Angewohnheit, täglich nach equivalenten Wörtern in allen drei Sprachen zu fragen, die sie in ihrer Umgebung hört.

In Jayoungs Fall ist das Translanguaging ihrer Kinder, d. h., die sprachlichen Handlungen, die von mehrsprachigen Personen ausgeführt werden, die auf alle sprachlichen Repertoires zugreifen, um ihr kommunikatives Potenzial zu maximieren, eine der besonders schönen Dinge, die sich jeden Tag entfalten. Der lohnenswerteste Teil ist, dass Translanguaging nicht nur in eine Richtung stattfindet. Je geschickter Jayoungs Kinder mit der Verwendung der drei Sprachen werden, mit denen sie täglich umgeben sind, desto öfter wird Translanguaging von einer weniger dominanten FS in eine dominantere verwendet oder von zwei FSn ins Englische. Zum Beispiel berichten ihre Kinder häufig davon, dass sie persische und koreanische Wörter in ihren Unterhaltungen mit ihren Gleichaltrigen verwenden, die nur Englisch sprechen. Jayoung hat ihre Kinder auch dabei beobachtet, wie sie persische oder koreanische Wörter und Phrasen in ihre englischen Sätze eingefügt haben.

Herausforderndes

Wir haben bei unseren Kindern schon früh festgestellt, dass die langfristige Verwendung und Entwicklung der FSn in einer einsprachigen Gesellschaft wie den USA Beharrlichkeit, Beständigkeit und gezielte Sprachplanung erfordert.

Auch wenn das Ttranslanguaging der Kinder viel Freude bringt, bleibt die flexible Verwendung mehrerer Sprachen zugleich eine Gefahr für die Beibehaltung und Entwicklung der weniger dominanten Sprachen unserer Kinder. In Mihaelas Familie verwendet ihre Tochter hauptsächlich Englisch in ihren FSn. Wenn sie sich beispielsweise mit ihrem Vater über ihren Tag in der Schule unterhält, würde sie normalerweise das Gespräch auf Türkisch beginnen. Im Verlauf des Gesprächs würde sie englische Ausdrücke verwenden, die sie in der Schule gelernt hat, ohne den Versuch, diese mit ihrem schon vorhandenen türkischem Vokabular zu erklären. Mihaelas Tochter hat schon häufig gesagt, dass Englisch einfacher für sie zu verwenden ist und sie sich einfacher ausdrücken kann.

Demzufolge wird der Sprachgebrauch der Kinder fortlaufend unterbewusst und bewusst von den Eltern (hauptsächlich von den Müttern) beobachtet und "überwacht". Als Eltern, die entschlossen sind, dreisprachige Kinder zu erziehen, prüfen und behalten wir daher ständig im Blick, wie viel und wann wir eingreifen sollten. Es ist fast schon ein Automatismus für uns geworden, Gelegenheiten für unsere Kinder zu finden und sie zu ermutigen Gespräche in ihren FSn zu führen, wenn wir mitbekommen, dass zu viel Englisch verwendet wird. Das ist keine einfache Aufgabe und braucht Geduld, Ausdauer und stetige Anpassung.

Zudem ist eine der größten Herausforderungen, die wir in unseren jeweiligen Familien identifizieren konnten, das ungleiche Maß an Input, das von den FSn im Vergleich zu Englisch, der Umgebungssprache, kommt. Als Eltern müssen wir kontinuierlich Gelegenheiten schaffen, die unseren Kindern die Verwendung ihrer FSn ermöglichen und sie motivieren, diese Sprachen so viel wie möglich aktiv zu gebrauchen. In den Vorschuljahren haben wir uns darauf konzentriert, dass die Kinder ihre mündlichen Kompetenzen in den FSn entwickeln (d. h., zuhören und sprechen). Als sie dann ins Schulalter kamen, haben wir stückweise die Alphabete aller Sprachen eingeführt (lesen und schreiben). Jayoung hat dies mit Hilfe der gemeinschaftlich organisierten sogenannten „Herkunftssprachschulen" gemacht. Es war essentiell für sie, ihre Kinder von der mündlichen Sprachfertigkeit hin zur Schriftsprache in allen Sprachen zu begleiten, um ihre Sprachkenntnisse und die Lese- und Schreibfertigkeiten auszubauen. Es ist ganz klar, dass wir Zeit und Hingabe brauchen, um die Aufgabe des dreisprachigen Sprach- und Schriftspracherwerbs von Kindern durch zu setzen. Und natürlich brauchen wir auch Materialien für den Schriftspracherwerb. Diese sind nicht einfach zu finden, wenn man so weit weg von seinem Herkunftsland lebt und wenn Schulen nur in der Landessprache unterrichten. Allerdings sind die unterschiedlichen Resourcen aus dem Internet, die wir verwendet haben, sicher hilfreich für andere Eltern oder Pädagog*innen, die daran interessiert sind, Mehrsprachigkeit und mehrsprachigen Schrifterwerb zu fördern. Entsprechende Links finden Sie ganz unten.

2. Die dreisprachige und multikulturelle Identität der Kinder

Schöne Seiten

Einer der größten Vorteile, wenn Kinder drei Sprachen gleichzeitig lernen, ist die gut ausgeprägte dreisprachige und multikulturelle Identität. Die Kinder verwenden zu Hause in der Familie alle drei Sprachen, was zu einer starken Bindung mit ihren sprachlichen Identitäten und Kulturen führt. Mihaelas Tochter, zum Beispiel, begann im Alter von fünf Jahren jede Sprache, die sie sprach, mit der Flagge des jeweiligen Landes zu verbinden. Sie begann, die Darstellung der einzelnen Flaggen zu zeichnen, um zu verdeutlichen, dass eine bestimmte Figur in ihren Zeichnungen entweder Rumänisch, Türkisch oder Englisch spricht. Jayoungs Kinder tauschten häufig schriftliche Nachrichten oder Notizen auf Koreanisch miteinander aus. Darüber hinaus brachte ihr Sohn durch seine Zeichnungen und Schriften zu Flaggen und Flugzeugen eine starke mehrsprachige und multikulturelle Identität zum Ausdruck. Auch auf seinen zu Hause und in der Schule angefertigten Kunstwerken schreibt er seinen Namen in drei Schriften. Und aus den Gesprächen, die er im Alter von vier bis sechs Jahren mit Familienmitgliedern führte, ging sein Wunsch hervor, jemanden zu heiraten, der wie er alle drei Sprachen sprechen kann. Diese frühe Geisteshaltung spricht Bände über seine sich entwickelnde mehrsprachige und multikulturelle Identität. Ausführlichere Informationen über das mehrsprachige Repertoire von Jayoungs Kindern finden Sie in ihren nachstehenden Veröffentlichungen.

Herausforderndes

Die Identität der Kinder ergibt sich aus den täglichen sprachlichen Interaktionen ihrer Familien. Die Aufrechterhaltung der Dreisprachigkeit kann jedoch Probleme im Zusammenhang mit Familienkonflikten, mangelnder Konsistenz und fehlendem Engagement mit sich bringen. Die Erziehung mehrsprachiger Kinder erfordert von den Eltern Beharrlichkeit und Entschlossenheit, die mit der Zeit nachlassen können, was dann zu Konflikten zwischen einem entschlosseneren Elternteil und seinem weniger engagierten Partner führt. So kann beispielsweise das Prinzip "Ein Elternteil, eine Sprache" dazu führen, dass einige Familienmitglieder isoliert werden. Dies kommt oft vor, wenn eine der Betreuungspersonen eine der Familiensprachen nicht spricht. Die Frustration darüber, dass die Ergebnisse nicht so schnell eintreten, wie die Eltern es sich ursprünglich vorgestellt hatten, kann ebenfalls entmutigend sein und dazu beitragen, dass die Eltern nicht motiviert sind, die Mehrsprachigkeit weiter zu fördern. Obwohl sich die Kinder ihrer Herkunft bewusst sind und ihre Identität in vertrauten Kontexten wie zu Hause oder in der unmittelbaren Familie zum Ausdruck bringen, haben wir außerdem beobachtet, dass sie ihre dreisprachige und multikulturelle Identität außerhalb des Hauses nicht so zum Ausdruck bringen, wie wir es uns als dreisprachige Familie wünschen würden. Wir finden diesen Aspekt enttäuschend. Gleichzeitig wollen wir unseren Kindern nicht die Identität aufzwingen, die wir wollen, im Gegensatz zu dem, was sie selbst wollen. Wir möchten, dass sie sich frei fühlen, alle Möglichkeiten ihrer Identität zu erkunden. Wir sind jedoch entschlossen, unseren Kindern ein Gefühl des Stolzes und der Freude daran zu vermitteln, das Wesentliche von dem, wer sie sind, mit Menschen außerhalb ihrer Familie zu teilen.

Eine weitere Hürde entsteht, wenn die volle dreisprachige und multikulturelle Identität der Kinder von anderen in Frage gestellt oder nicht anerkannt wird. Das heißt, in vielen Fällen wird die Dreisprachigkeit der Kinder von der Öffentlichkeit fälschlicherweise als Zweisprachigkeit abgetan. So verschleiert beispielsweise der türkische Nachname von Mihaelas Tochter oft ihre rumänische Identität, es sei denn, einer der Eltern erwähnt den traditionellen rumänischen Namen des Mädchens. Für Jayoung wird ihre koreanische Sprachidentität hervorgehoben, während ihre Farsi-Identität versteckt wird, da sie als Mutter hauptsächlich für die schulischen und sozialen Aktivitäten der Kinder verantwortlich ist.

Denkanstöße für die Entscheidung, Kinder mehrsprachig zu erziehen

In Anbetracht dieser Herausforderungen sollten sich Betreuungspersonen bei der Entscheidung, ihre Kinder mehrsprachig zu erziehen, von drei Grundsätzen leiten lassen:

(1) Legen Sie in Ihrer Familie den Schwerpunkt auf die Sprach- und Leseförderung der Kinder in anderen Sprachen als der Umgebungssprache oder gleichberechtigt zu dieser. Planen Sie, wie jede Sprache gefördert werden soll (z. B., durch zweisprachige Schulen, Sprachschulen in der Gemeinde, welche Sprache(n) die Betreuer*innen mit den Kindern verwenden werden, Ausflüge, die Großfamilie usw.). Führen Sie offene und häufige Gespräche über die Sprachplanung der Familie mit den Familienmitgliedern, einschließlich des Partners und der Kinder, und planen Sie kurz- und langfristige Ziele gemeinsam und passen Sie diese auch gemeinsam an. Außerdem gilt: Besser spät als nie. Wenn Mehrsprachigkeit – aus welchen Gründen auch immer – nicht von Anfang an zu den Prioritäten Ihrer Familie gehörte, verzweifeln Sie nicht und geben Sie nicht auf. Beginnen Sie jetzt damit, die Ressourcen in Ihrer Umgebung zu sammeln und zu bewerten.

(2) Vermitteln Sie Ihren Kindern von Anfang an und bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine mehrsprachige Lebensweise und Mehrsprachigkeit als Normalität. Schaffen Sie eine mehrsprachige Gemeinschaft oder ein mehrsprachiges soziales Umfeld für Ihre Kinder, unabhängig davon, wo Sie leben. Kinder wollen dazugehören und mögen es meistens nicht, aufzufallen. Selbst wenn Sie keine Sprachgruppen Ihrer Sprachen finden, sollten Sie mehrsprachige Gemeinschaften in Ihrer Umgebung suchen. Sprechen Sie mit Ihren Kindern explizit darüber, dass andere Kinder in ihrer Umgebung auch andere Sprachen als die Umgebungssprache sprechen. In den Augen der Kinder sprechen alle anderen Kinder nur die Umgebungssprache. Teilen Sie auch Ihr Interesse und Ihre Neugier an anderen Sprachen mit Ihrem Kind, wenn Sie können.

(3) Denken Sie daran, dass Sie Beharrlichheit und Konsequenz brauchen, wenn Sie sich für eine mehrsprachige Erziehung Ihrer Kinder entscheiden. Gehen Sie nicht davon aus, dass die Kinder eine der beiden Sprachen verlieren und nur noch die Umgebungssprache sprechen werden. Kinder zu erziehen ist schwer, aber Kinder mehrsprachig zu erziehen ist noch viel schwerer. Erinnern Sie sich an all die schönen Seiten und machen Sie weiter, wenn Sie das Gefühl haben, aufgeben zu wollen, denn das Geschenk der Mehrsprachigkeit ist das Erbe, das Sie Ihren Kindern hinterlassen.

Abschließende Überlegungen

Da immer mehr Menschen mehrsprachig sind, werden immer mehr Kinder in Familien geboren, in denen zwei oder mehr Sprachen gesprochen werden. Das Sprechen mehrerer Sprachen ist jedoch nicht ohne Anstrengung zu erreichen. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass Eltern mit unterschiedlichen Erstsprachen von Natur aus mehrsprachige Kinder großziehen. Aber Kindererziehung ist emotional und körperlich anstrengend und erfordert von Eltern die eine andere Sprache als der Umgebungssprache sprechen Geduld, Konsequenz und Beharrlichkeit. Es gibt keine Garantie dafür, dass Kinder zu aktiven Nutzer*innen der Familiensprachen werden, wenn die größeren Sozial- und Bildungseinrichtungen keine mehrsprachigen Angebote bereitstellen. Es besteht jedoch Hoffnung, wenn die Eltern entschlossen sind, gegen den Strom zu schwimmen und ihre Prioritäten von Beginn des Lebens ihrer Kinder an klar zu setzen.

Hier finden Sie die in diesem Blogartikel verwendeten Quellen sowie viele nützliche Links.

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Über die Autorinnen

Dr. Mihaela Gazioglu

Dr. Mihaela Gazioglu ist pädagogische Mitarbeiterin an der Clemson University, USA. Mihaela Gazioglu unterrichtet in Graduierten- und Grundkursen mit dem Schwerpunkt auf den sprachlichen und kulturellen Stärken, die mehrsprachige Schüler in den Unterricht einbringen. Zu ihren aktuellen Forschungsinteressen gehören Englisch als Zweitsprache, dreisprachiger Spracherwerb und -erhalt, Sprachideologien in Bezug auf Mehrsprachigkeit und zweisprachige Erziehung. Sie hat in den folgenden Zeitschriften veröffentlicht: Teaching and Teacher Education Journal, The Clearing House: A Journal of Educational Strategies, Issues and Ideas, und Literacy Matters.

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Jayoung Choi

Jayoung Choi ist Professorin für TESOL (Language and Literacy Education – Fremdsprachenunterricht und Alphabetisierung) in der Abteilung für integrative Bildung an der Kennesaw State University. Sie unterrichtet an der Universität Kurse in Sprachunterricht und Bildungsforschung. Ihre Forschung zielt darauf ab, die Art und Weise zu entschlüsseln, wie Sprache, Kultur, Identität, Macht und Ideologie das Lernen und Lehren von mehrsprachigen Zuwanderern im schulischen und außerschulischen Kontext beeinflussen. Durch ihre Forschung hofft sie, Lehrkräfte und Zuwandererfamilien dabei zu unterstützen, die allgegenwärtige monolinguale Ideologie zu durchbrechen und sich für eine mehrsprachige und -literarische Gesellschaft einzusetzen.

Google Scholar

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